Lawrence Abu Hamdan: Earshot
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Der in Beirut lebende Künstler Lawrence Abu Hamdan setzt sich in seiner Ausstellung "Earshot" mit der Wahrnehmung von Sprache und Sound und mit dem Zuhören als Stellungnahme auseinander.
In seinen Werken greift er immer wieder Themen wie nationale Identität, Menschenrechte und Rechtsprechung auf. Mit seinen Installationen macht er das Schweigen der Opfer hörbar und wirft die Frage auf, wie Rechte Gehör finden können.
So setzt er sich in "Earshot" mit der Erschießung von zwei unbewaffneten Jugendlichen im Westjordanland auseinander und geht der Frage gesetzwidriger Erschießungen nach. Er setzt eine detaillierte Soundanalyse ein, bei der er die akustischen Frequenzen visualisiert. Diese Visualisierungen wurden die zentralen Beweisstücke des gesetzwidrigen Handelns.
Aufbauend aus diesem Beweismaterial schafft Lawrence Abu Hamadan eine Installation, die die Ästhetik des Beweismaterials und die politische Bedeutung von Sound und Stille aufgreift.
Die Inszenierung der Ausstellung lehnt sich an die Architektur von Schießständen an. Die Abbildungen sind bildliche Darstellungen des Frequenzspektrums eines Signals, hier von verschiedenen Geschossen.
Der Ausstellungsraum selbst stellt Zeit und Entfernung dar. Die Position der Abbildungen im Raum zeigt, wo jene Geschosse sich in ihrer Flugbahn befinden würden, hätte man sie am Eingang zum Ausstellungsraum abgefeuert und dann die Zeit nach 0,01 Sekunden angehalten.
Lawrence Abu Hamdan: Earshot
13.02.-10.04.2016
Portikus Frankfurt