Michael Pfrommer in der Frankfurter Galerie PPC

"Wenn sich eine Tür schließt, so öffnet sich eine neue."
Dieses Zitat hat sich Michael Pfrommer wohl zum Leitbild seiner derzeitige Ausstellung in der Galerie Phillip-Pflug-Contemporary gemacht.
Bunt leuchten verschiedene Szenerien auf Holztüren dem Betrachtet entgegen und jede Tür führt ihn in eine andere Welt - wie zum Beispiel in einen Wald mit bunten Pilzen über die ein runder Vollmond ragt. Auf der anderen Seite der Tür tänzeln dann in Tennissocken gekleidete, verdrehte Füße eine Holztreppe entlang. Die dargestellten Welten sind surreal und selten frei von Ironie. So malt Pfrommer die Maserung des Holzes nach oder trägt die Gouache-Farbe nur so dünn auf, dass die Holzmaserung durch die bunte Farbe hindurch scheint. Er spielt mit den Perspektiven und Bildgrößen und erschafft eine eigene Realität.
Pfrommer malt gerne Kleidungsstücke und lässt sie ihr Eigenleben entwickeln. So scheinen einigen Kleidungsstücken sogar Adern hervor, wobei nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, ob es sich bei den Adern womöglich doch um die Nähte der Kleidung handelt, die sich allmählich aufzulösen beginnen.
Das Geheimnis, das sich hinter der Motivik der Türen befindet, wird in einem Text seiner Frau, der Künstlerin Adrian Williams gelüftet. Sie berichtet von einem einschneidenen Ereignis, als Pfrommer mit dem Arm durch die Tür einer Glasscheibe rannte. Das Glas schnitt ihm eine tiefe Wunde druch seinen Handrücken und vermochte lange Zeit nicht zu verheilen.
Die Tür kann für ein Bild jenseits der Oberfläche stehen, einen Ort an dem man gelangt ohne vorwärts zu gehen.
Michael Pfrommer
Phillip Pflug Contemporary, PPC
28. Mai bis 9. Juli 2016