Das imaginäre Museum

Den Ausgangspunkt für diese Ausstellung bildet eine Zukunftsvision. Es ist das Jahr 2052. Die Kunst verschwindet allmählich aus der Gesellschaft.
Die Ausstellung ist inspiriert von dem 1953 erschienen Roman "Fahrenheit 451" von Ray Badbury und von dessen Verfilmung durch François Truffaut. Das dort entworfene Bild einer Zukunft ist das Bild einer Gesellschaft in der literarische Werke aus der Gesellschaft verbannt sind. Der einzige Weg, sie der Nachwelt zu übermitteln, liegt darin, sich an die Werke zu erinnern. Nur durch Auswendiglernen können die literarischen Werke vor dem Verschwinden bewahrt werden.
Genau vor diesem Hintergrund führen die drei renommierten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst, die Tate in London, das Centre Pompidou in Paris sowie das MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt bedeutende Werke aus ihren Sammlungen zu einem Museum auf Zeit zusammen.
Die Ausstellung führt den Besucher in einer Zeit, in der die Kunstwerke kurz vor ihrer Vernichtung stehen und lädt ihn dazu ein, sich die ausgestellten Werke einzuprägen, die Kunstwerke zu memorisieren. So können sich die Betrachter beispielsweise die Werkbeschriftungen mitnehmen und/ oder ihre persönliche Erinnerung in Form von Skizzen, Zeichnungen oder Vermerken ergänzen.
Während des Abschlusswochenedes im September rufen die Besucher die inzwischen aus der Ausstellung entfernten Werke zurück ins Bewusstsein. Allein durch ihre persönlichen Erinnerungen und Interpretationen verwandelt sich die Ausstellung in ein lebendiges Museum. Das Museum öffnet nach der Laufzeit seine Pforten - nur sind die Kunstwerke dann durch Personen ersetzt, die durch ihre persönlichen Erinnerungen und Interpretationen die Exponate wieder ins Bewusstsein rufen. So wird die Ausstellung zu einem lebendigem Museum und verweist auf das "Musée imaginaire" des französischen Schriftstellers und Politikers André Malraux, der die These vertrat , dass sich ein jeder durch die fotografische Reproduktion von Werken sein persönliches Museum zusammenstellen kann - losgelöst von Zeit und Raum.
Eine Ausstellung, die Prozesse, wie die Transformation des Alltäglichen, unsere Wahrnehmung, das Reisen durch Raum und Zeit sowie die unterschiedlichsten Botschaften und einfach das Erinnern erleben lässt. Eine Form der Fiktion in der die Wirklichkeit von der Fantasie eines jeden abhängig ist.
Das imaginäre Museum
Werke aus dem Centre Pompidou, der Tate und dem MMK
MMK2 im TaunusTurm
24.3.-4.9.2016
Abschlusswochenende 10./11. September 2016 im MMK 2
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