Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici

Das Städel Museum präsentiert mit seiner aktuellen Schau ein faszinierendes Kapitel der italienischen Kunstgeschichte und widmet sich der italienischen Stadt Florenz als dem ersten Zentrum des europäischen Manierismus.
Die Ausstellung gibt einen Einblick in das Florenz des 16. Jahrhunderts in dem die mächtige Bankiersfamilie Medici das Leben bestimmte und Kunst und Kultur der Stadt förderte.
Der Begriff "Manierismus" geht auf das italienische Wort "maniera" zurück, das wiederum von dem italienischen Wort "mano" (Hand) stammt. Der Begriff der "Maniera" steht für eine Epoche in der die Handschrift des Künstlers und der Wettstreit um Originalität ganz neue Bedeutung gewann. Ein eigener Stil, die künstlerische Handschrift lag den Künstlern des Manierismus und ihren Auftraggebern besonders am Herzen. Die Kunst des Manierismus ist facettenreich: elegant, kultiviert, artifiziell, aber auch kapriziös und extravagant, bisweilen bizarr. Der Kunsthistoriker John Sherman brachte diesen Epochenstil 1967 auf eine griffige Formel "The stylish style".
Schrille Farben und überraschende Formen zeichnen manieristische Werke aus. Durch das Mittel der Übertreibung und das freie Spiel mit den überlieferten Regeln unterwanderten die Manieristen die Prinzipien von Harmonie und perspektivischer Genauigkeit, die für die Kunst der Renaissance maßgeblich waren. Die Kunst der Maniera gibt sich nicht mehr mit der reinen Wiedergabe der Außenwelt zufrieden und macht das künstlerische Selbst zu ihrem Thema.
--> Die Ausstellung zeigt nicht kostbare Leihgaben und bietet eine Übersicht stilprägender Epoche, die Giorgio Vasari mit dem schillernden Begriff "maniera" charakterisierte.
Maniera
Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici
24. Februar - 5. Juni 2016
Städel Museum