Joan Miró Wandbilder, Weltenbilder
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Joan Miró (1893–1983) , einer der bemerkenswertesten Maler des 20. Jahrhunderts, ist in der Schirn zu sehen.
Wollte er einst, die Malerei ermorden und die Konventionen der Malerei umstürzen, machte ihn seine Vorliebe für großflächige Formate, die reduzierte Bildsprache und seine Experimente, zu einem der bekanntesten Künstler.
Miró löste sich von der einfachen Wiedergabe der Wirklichkeit und setzte die Bildfläche mit der Wand gleich. Er arbeitete mit unbearbeiteten Leinwänden, Jute, Sandpapier oder Teer und schuf Bildwelten von monumentaler Größe und herausragender Materialität.
Die Ausstellung beginnt mit Mirós emblematischem Gemälde "Der Bauernhof" aus den frühen 1920er Jahren, das die ersten Schritte seiner wegweisenden Malerei aufzeigt und führt über die Traumbilder, dem Schlüsselwerk "Malerei (Die Magie der Farbe)", seine auf unkonventionellen gerbeiteten Malgründen bis hin zu seinen späten Arbeiten aus den 1960er Jahren, wie das monumentale Triptychon "Blau I-III" und "Malerei I-III" aus den 70er Jahren.
Schon Mirós erste Arbeiten zeigen seine Beschäftigung mit Materialität, Strukturen, Abstraktion und Reduktion. Es tauchen immer wieder geometrische Formen auf, mit der der Künstler die Welt des Sichtbaren verlässt und in eine poetische Welt der Zeichen aufbricht. Miró verlässt die natürliche Perspektive, abstrahiert den Bildaufbau und entwickelt eine eigene Bild- und Zeichensprache.
Miró schafft imaginäre Szenen. Er verzichtet auf gegenständliche Formen und legt den Fokus auf die Farbe. Er verwendet ausschließlich Grundfarben, die er häufig schwarz umrandet. Die blaue Farbe hat eine besondere Bedeutung für ihn. Der Betrachter denkt unweigerlich an einen blauen Himmel. Doch Miró geht darüber hinaus: indem er die Fläche nicht einheitlich farbig gestaltet, zerstört er den Malgrund. Dieser wird aber zum Teil auch verschieden verputzt, die Malerei dabei Grafitti-ähnlich aufgetragen.
Seine späteren Werke sind Arbeiten auf Keramik, die hervorheben, welch hohe Bedeutung Miró dem Material zuschreibt.
In der Einzelausstellung zeigt die Schirn Kunsthalle einen bislang wenig betrachteten Aspekt des Werkes des Katalanen Joan Miró: Seine Vorliebe für große Formate und die Faszination für die Wand.
Joan Miró
Wandbilder, Weltenbilder
27.02.2016 - 12.06.2016
Schirn Kunsthalle Frankfurt