Kate Cooper: Rigged
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In der heutigen vernetzten Gesellschaft hat sich durch Technologien das Verhältnis zur Welt verändert: die Möglichkeiten des körperlich Erfahrbaren und des sinnlich Warnehmbaren werden erweitert; die Interaktionen mit der Umgebung und die Vorstellung der Realität verändert.
Die Künstlerin Kate Cooper befasst sich mit dem Wesen und der Bedeutung der im digitalen Zeitalter entstehenden Bilder. Die Beziehungen zwischen Subjekt und Objekt, Selbst und Anderen, Mensch und Maschine verändern sich– bis hin zu einer Verschmelzung von Imagination und Wirklichkeit.
In der Installation "Rigged" verwendet Cooper computeranimierte Bildgebungsverfahren und übersetzt den weiblichen Körper in unrealistische und stereotype weibliche Modelle.
Die entstandenen Charaktere junger Frauen mit makellosen Körpern sind angelehnt an eine dem Betrachter vertraute Werbeästhetik. Sie bewegen sich in leichtem Schritt durch eine sterile, digital animierte Umgebung - ohne räumliche Tiefe oder sonstige Merkmale.
Nahaufnahmen der computeranimierten Gesichter zeigen diese mit zahnmedizinischen Apparaturen oder verfolgen ihren Augenaufschlag. Die animierten Figuren bekommen eine synthetische Übermenschlichkeit.
"Rigged" bedeutet übersetzt "manipuliert, zurechtgebastelt". Die weiblichen Figuren sind perfekt, zugleich überspitzt. Mit der Optimierung sind sie keine Repräsentaten einer real existierenden Körperlichkeit.
Kate Cooper eignet sich die allgegenwärtige visuelle Sprache aus dem Bereich der Kommerzialisierung an, und reflektiert mit der neuen Sprache den weiblichen Körper und wirft eine neue Interpretation femenistischer Fragestellungen auf.
Gerade heute spielt für viele von uns das Äußere eine wichtige Rolle - eine Ausstellung, die uns über unsere Wahrnehmungen reflektieren lässt.
Körper-Ich: Körper im Zeitalter digitaler Technologien.
Frankfurter Kunstverein
26.9.2015 - 10.1. 2016
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